
„Magic Musical Moments“ – ein funkelndes Open Air Konzert
Als sprichwörtlicher Meilenstein in der Geschichte der Bläserphilharmonie Forchheim (BPF) darf das Open-Air-Konzert im romantischen Schlosspark des Schönborn’schen Jagdschlosses Jägersburg bei Bammersdorf bezeichnet werden. Mit dem „VR-Bank Open Air 2026“ verwirklichte die VR Bank Bamberg-Forchheim am ersten Juniwochenende eine Idee, die über Jahre hinweg gereift war.
Bereits die Auftaktveranstaltung am Freitag setzte Maßstäbe: Die weltberühmten Bamberger Symphoniker gastierten vor rund 2.000 Zuhörerinnen und Zuhörern und begeisterten mit einem Programm aus Werken von Beethoven und Mozart. Dass die BPF des Musikvereins Forchheim-Buckenhofen bereits im vergangenen Herbst von ihrem Hauptsponsor eingeladen wurde, den zweiten Festivalabend musikalisch zu gestalten, sorgte zunächst für ungläubiges Staunen. Doch schon bald wich die Überraschung der Vorfreude, und die Programmkommission um 1. Vorsitzenden Christian Libera sowie den frisch ins Amt eingeführten Chefdirigenten Stefan Grefig begann mit den Vorbereitungen. Das Ergebnis dieser intensiven Planungsphase war ein glanzvolles Freiluftkonzert, das nicht nur die rund 1.500 Gäste aus nah und fern begeisterte, sondern auch die 70 Musikerinnen und Musiker, ihren Dirigenten sowie die vier Gesangssolistinnen und -solisten mit großer Freude und Dankbarkeit erfüllte.

Musikalischer Leiter Christian Libera führte gewohnt charmant durch das Programm und verstand es, die Hintergründe und Geschichten der ausgewählten Musical-Welterfolge lebendig zu vermitteln. Unterstützt wurde das Konzert durch eine perfekt abgestimmte Licht- und Tontechnik sowie die besondere Atmosphäre des Schlossparks, als das warme Licht der Abendsonne allmählich in die einsetzende Dämmerung überging. „Totale Finsternis“ herrschte zwar noch nicht, doch der gleichnamige Titel aus Jim Steinmans Musical „Tanz der Vampire“ passte perfekt zur Stimmung des Abends. Claudia Zirnsack und Johannes „James“ Pflaum interpretierten das Duett mit großer Ausdruckskraft und harmonierten dabei eindrucksvoll miteinander.

Im weiteren Verlauf wechselte das Programm zwischen klanggewaltigen Orchestersuiten und eindrucksvollen Gesangsnummern. Höhepunkte waren dabei Auszüge aus Andrew Lloyd Webbers Welterfolgen „The Phantom of the Opera“ und „Cats“. Mit „Ich gehör’ nur mir“ aus dem Musical „Elisabeth“ verlieh Claudia Zirnsack der österreichischen Kaiserin Elisabeth eine ebenso kraftvolle wie gefühlvolle Stimme. Abseits der Bühne ist sie eigentlich im Querflötenregister der BPF zuhause. Einen besonders bewegenden Moment bescherte Nathalie Bauer mit „Gabriellas Song“ aus dem schwedischen Musikfilm „Wie im Himmel“. Das Lied erzählt die Geschichte einer Frau, die durch die Kraft der Musik den Mut findet, sich aus einer gewalttätigen Beziehung zu befreien. Mit ihrer einfühlsamen Interpretation berührte Nathalie Bauer das Publikum spürbar. Mit Einbruch der Dunkelheit wurde es temperamentvoll: Dirigent Stefan Grefig entfachte bei „Mambo“ aus Leonard Bernsteins „West Side Story“ ein musikalisches Feuerwerk. Mit sichtbarer Leidenschaft führte er das Orchester durch die energiegeladene Musik und ließ die rivalisierenden Gangs der „Sharks“ und „Jets“ vor den Augen der Zuhörerinnen und Zuhörer lebendig werden.

Zum Finale kündigte Christian Libera einen besonderen Höhepunkt an. Aus dem Musicalfilm „The Greatest Showman“ erklangen die bekannten Titel „The Greatest Show“, „Never Enough“, „A Million Dreams“ und „From Now On“. Nathalie Bauer, Claudia Zirnsack und Johannes „James“ Pflaum überzeugten dabei sowohl solistisch als auch im Zusammenspiel. Unterstützt wurden sie von Matthias Bätzel, der die Gesangsparts chorisch ergänzte und sein Euphonium hierfür auf die Seite stand. Als Zugabe durfte schließlich ein echter Klassiker nicht fehlen: „(I’ve Had) The Time of My Life“ aus „Dirty Dancing“ sorgte für einen stimmungsvollen Abschluss eines außergewöhnlichen Konzertabends. Kaum war der letzte Akkord verklungen, erhob sich das Publikum zu lang anhaltendem Applaus.
Mit dem „VR-Bank Open Air 2026“ erlebte die BPF einen Abend, der in vielerlei Hinsicht in Erinnerung bleiben wird. Die einzigartige Kulisse des Schlossparks, die besondere Atmosphäre eines Sommerabends und die Begeisterung von Publikum und Mitwirkenden verschmolzen zu einem Konzerterlebnis, das seinem Titel alle Ehre machte. Für die Musikerinnen und Musiker war es weit mehr als ein Auftritt – es war ein musikalischer Höhepunkt, der die Geschichte des Orchesters nachhaltig prägen wird.
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